UNDP-Chef fordert Abkommen zum Schutz der Meere vor Plastikmüll

Foto: Möwe auf einem Müllhaufen am Meer (über dts Nachrichtenagentur)

New York (dts Nachrichtenagentur) – Der Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), Achim Steiner, hat mehr globale Kooperation gefordert, um die Weltmeere vor Plastikmüll zu schützen. Man müsse eine internationale Form der Zusammenarbeit finden, sagte Steiner der „Welt“ (Online-Ausgabe). Als Vorbild für ein Plastikabkommen könnte das Pariser Klimaabkommen dienen.

„Jedes Land bringt seine Ziele und seinen Beitrag erst einmal an den Verhandlungstisch, und daraus bauen wir ein Instrument, das sich dann in den kommenden Jahren mit immer höheren Ambitionen weiterentwickelt.“ Steiner, der zuvor Chef des UN-Umweltprogramms war, warnte jedoch zugleich davor, sich allein auf die Verhandlung eines solchen globalen Abkommens zu konzentrieren. „Wenn wir uns jetzt zurücklehnen und sagen, wir machen nichts, bis wir eine Plastik-Konvention haben, wäre das der falsche Ansatz.“

Steiner befürchtet, dass Initiativen gegen Plastikmüll, die in vielen Ländern bereits eingeleitet wurden, durch langwierige Verhandlungen für eine Plastik-Konvention ausgebremst werden könnten. Das nationale Engagement sei aber gerade Basis für ein internationales Abkommen. So habe Kenia im vergangenen Jahr Plastiktüten per Erlass verboten, auch Ruanda habe Plastiktüten aus dem Verkehr gezogen.

Solche Initiativen, so Steiner, sollten gefördert und damit die Fähigkeit der einzelnen Länder gestärkt werden, die Menge an Plastikmüll zu reduzieren. Nötig seien weltweit mehr wiederverwertbare Materialien und bessere Recyclingsysteme, aber auch alternative Materialien zu Plastik, sagte Steiner. „Das Plastikmüll-Problem ist uns in den letzten Jahren einfach über den Kopf gewachsen, weil Plastik überall und in Mengen verwendet wird, wie es vor 20 Jahren noch nicht vorstellbar war“, so der UNDP-Leiter.

Die Ziele der UN-Institution umfassen die Beseitigung von Armut sowie die Reduzierung von Ungleichheit. Dazu berücksichtigt die Organisation ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.