Van Marwijk will mit Australien ins Achtelfinale. Seine Chancen sind gering

Als vorletztes Team qualifizierte sich Australien für die WM. Nach einem 3:1 im Playoff-Rückspiel gegen Honduras.

Was zeigt: Viel ist von den Socceroos, wie die australische Fußball-Nationalmannschaft genannt wird, nicht zu erwarten. Zu alt, zu unerfahren, zu schlecht. So lässt sich Australien vor seiner fünften WM-Teilnahme charakterisieren.

Das Durchschnittsalter der voraussichtlichen Kaders liegt bei gut 28 Jahren. Offensivmann Tim Cahill, auf dem die Hoffnungen ruhen, ist sogar schon 38.

Ob Erfolgstrainer Angelos Postecoglou (52) deshalb vollkommen überraschend nach der Quali zurücktrat? „Ich habe entschieden, dass meine großartige Reise als Trainer der australischen Nationalmannschaft endet“, sagte der Ex-Coach auf einer Pressekonferenz in Sydney und sorgte für ungläubiges Staunen.

Jetzt soll Ex-Bundesligatrainer Bert van Marwijk (65) das Unmögliche möglich machen, sprich die Gruppenphase überstehen. Aber ob das klappt?

Zweifel sind durchaus angebracht. Der Dreifach-Torschütze gegen Honduras, Kapitän Mile Jedinak, ist schon 33, Schlüsselspieler im Mittelfeld – aber international noch nicht mal zweitklassig. Denn der Australier verdient beim englischen Zweitligisten Aston Villa sein Geld. Wie die meisten australischen Nationalspieler spielt Jedinak auf der Insel.

Immerhin: Torwart Mathew Ryan (26) ist Stammspieler bei Premier-League-Klub Brighton & Hove. Ein Torwart in Bestform hat Australien auch bitter nötig. Denn die Abwehr vor ihm ist ziemlich wacklig. In jedem WM-Qualispiele gegen die Gruppengegner Japan, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak und Thailand kassierte Australien ein Gegentor. So musste das Team den Umweg über die Playoffs nehmen, schlug erst Syrien knapp und löste das Ticket schließlich gegen Honduras.

Aus der Bundesliga steht ein Spieler im Kader. Mathew Leckie (27). Der Rechtsaußen ist fast schon so etwas wie ein Star, dürfte aber vor allem als Flanken-Zulieferer für Cahill gefragt sein.