Berge brauchen einen Namen – je gewaltiger das Gebirge, desto beeindruckender muss er sein! Davon waren 1836 Männer, die das weitere Umland von Melbourne erforschten, überzeugt. Für eine Gebirgskette, die bis zu 1000 Meter hoch fast gerade aus dem Flachland hier aufsteigt, kam deshalb für sie nur dieser Name infrage: „The Grampians“. Dazu muss man wissen, die Forscher waren Schotten, und die mächtigste Bergkette in Nord-Schottland sind die „Grampians“. Deshalb gibt es sie jetzt auch in Australien.
The Grampians im australischen Bundesstaat Victoria, gut 250 Kilometer westlich von Melbourne, eignen sich bestens dafür, sich an den Linksverkehr Australiens zu gewöhnen. Die Straßen in die Höhen hinauf sind so kurvenreich, dass sie nur mit geringer Geschwindigkeit zu bewältigen sind. Die überall in Australien an den Straßen aufgestellten Warnschilder „drive on the left“ (Links fahren!) sind hier überflüssig. Auf den engen Straßen hier und in den Haarnadelkurven fährt ohnehin jeder so weit links, wie es nur geht.

Zum Eingewöhnen in die Berge

„Wir leben hier im Grand Canyon Australiens“, sagt der junge Mann, der im Lakeside Tourist Park in Halls Gap die Schlüssel zu den Gästehäuschen im Ferienzentrum von Halls Gap aushändigt. Halls Gap ist der einzige Ort im ‚Grampians National Park‘. Dies ist ein Urlaubsziel für Bergbegeisterte und Wochenendurlauber aus Melbourne mit einfachen Hotels, Herbergen und Hütten. Die Ferienhausparks sind beliebt, auch weil es in den Ferienhäusern Küchen gibt. Man kommt schnell ins Gespräch mit den Nachbarn. Wo kann man etwas für das Frühstück kaufen? „Das nächste Mal wenn Ihr kommt, solltet Ihr Eure Verpflegung von Melbourne aus mitbringen“, raten sie den Neuankömmlingen. „Im einzigen Supermarkt hier in Hells Gap ist alles besonders teuer.“ Es stimmt, hier gibt es das teuerste Brot von Australien! „Den besten Kaffee im Ort bekommt Ihr im Liverfast Lifestyle Café“, empfehlen die Nachbarn. Sie haben Recht. Man könne sich auf ihr Urteil verlassen: „Wir sind ja auch oft hier oben, wir lieben The Grampians!“

Sehenswürdigkeiten wohin das Auge reicht

Die berühmten Sehenswürdigkeiten der Grampians kann man kaum verfehlen. Die Nationalpark-Verwaltung hat längs der Straßen Dutzende von großen Wegweisern aufgestellt. Dazu sind die Zufahrten zu den Parkplätzen vor den gewaltigen Wasserfällen, Felsüberhängen, Felsnadeln, Felsterrassen, Felsenbalkons überdeutlich ausgeschildert. „You can’t miss it“ (kann man nicht verfehlen) hieß es noch beim Auschecken im Freizeitzentrum. Was nicht gesagt wurde: man muss sich den Blick auf die landschaftlichen Höhepunkte dieser Berge erst verdienen. Mit dem Mietwagen direkt vor einer landschaftlichen Sehenswürdigkeit zu halten und sie quasi aus dem Auto heraus zu erleben, so etwas gibt es in Australien nirgendwo. An den Parkplätzen beginnen die gut befestigten Wege zu den Aussichtspunkten über den tief eingeschnittenen Schluchten und den Wildbächen, die zu den besonderen Attraktionen dieses Gebirges zählen. Vom Parkplatz aus sieht man nur dichten Bergwald, in dem die Wege zu den Attraktionen zu verschwinden scheinen.

Australier sind gastfreundlich und hilfsbereit und nennen, kaum kennen sie das Fahrziel von „the Germans“, die besten Möglichkeiten, das gewünschte Ziel auch zu erreichen. „Von The Grampians bis an die Küste müsst Ihr zwei Autostunden rechnen. Ihr kommt auf dem Weg zu ‚The Great Ocean Road‘ durch den Ort Dunkeld. Da solltet ihr unbedingt halten. Ihr seht das weite Flachland unseres Staates Victoria und schwarze Riesenbuckel – fast wie gigantische Riesenwalfische – das ist unser Grampians-Gebirge. Fabulous!“