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AUSTRAC gegen Geldwäsche – kein Schwarzgeld für Australien

Die australische Finanzaufsicht Transaction Reports and Analysis Centre (AUSTRAC) hat in dieser Woche neue Richtlinien für im Land ansässige Kryptobörsen veröffentlicht. Ab sofort müssen sich Börsenanbieter registrieren und unter anderem die Identitäten ihrer Kunden abgleichen. Mit den neuen Vorgaben will die Behörde in erster Linie Geldwäsche bekämpfen. Weiterhin erhoffen sich die Finanzhüter der gestiegenen Anzahl von Krypto-Scams zu begegnen.

Australien will Geldwäschern das Handwerk legen: Wie die Finanzaufsicht AUSTRAC am Dienstag, dem 4. April, auf ihrer Website ankündigt, können sich australische Börsenanbieter auf viel Papierarbeit gefasst machen. Künftig müssen australische Kryptobörsen mit insgesamt vier neuen Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML) übereinstimmen. Ab sofort sind sie verpflichtet:

ein entsprechendes Programm zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung einzuführen
Kundendaten zu ermitteln und zu verifizieren
verdächtige Transaktionen und Bar-Käufe ab einem Wert von 10.000 US-Dollar (etwa 8.100 Euro) den Behörden zu melden
ihre Buchführung auf sieben Jahre nachzuweisen

Mit den neuen Richtlinien will die Behörde die letzten kriminellen Schlupflöcher im australischen Steuerwesen stopfen. Zudem soll die Registrierung der Börsen der gestiegenen Anzahl von Scams und Internet-Betrügereien begegnen, unter denen australische Krypto-Nutzer in der vergangenen Zeit zu leiden hatten. Vergangenen Monat waren immer wieder falsche Steuerbescheide der australischen Behörden gegenüber Nutzern aufgetaucht.
Kriminelle Schlupflöcher schließen, Akzeptanz vorbereiten?

Während die australische Steuerbehörde ATO derzeit ebenfalls nach Wegen sucht, Kryptowährungen in die bestehenden Gesetze einzugliedern und steuerlich zu erfassen, sehen Experten darin keinen Schutzmechanismus. Forbes-Autor James Nguyen etwa liest aus der behördlichen Standardisierung einen staatlichen Schritt, Kryptowährungen künftig als legale Anlageklasse zu akzeptieren.

„Die gestiegene Betrachtung und Protokollierung (der Richtlinien) zeigt, dass das Wachstum von Kryptowährungen die Regulierungsmaßnahmen bis hierher abgehängt hat. Als Antwort darauf scheint die Regierung in Erwartung einer breiteren öffentlichen Nutzung ihr Verständnis erweitern zu wollen. Die Neuerungen versprechen eher Akzeptanz als Unsicherheit.“

Die neuen AML-Richtlinien spiegeln dabei auch einen globalen Trend. Denn weltweit bestimmt derzeit die Sorge krimineller Nutzungspotentiale die Lesebrille der Gesetzgeber. So standen gemeinsam koordinierte Anstrengungen bereits beim ersten G20-Treffen der Finanzminister und Zentralbanker in diesem Monat mit auf dem Programm. Das Ergebnis: Bis 2020 sollen gemeinsame Steuerstandards den Handel mit Kryptowährungen in geordnete Bahnen lenken. Geldwäsche und Steuerhinterziehung liegen auch hier im Fokus.

BTC-ECHO