Weil an Silvester am Strand Alkoholverbot herrscht, wird eine Gruppe Jugendlicher kreativ: Sie baut sich ihr eigenes, temporäres Land. Und beeindruckt die örtliche Polizei.

Als in den 1920er Jahren in den USA die Prohibition herrschte, konsumierten die amerikanischen Trinker ihren Alkohol in Flüsterkneipen. Heute verstecken Menschen weltweit ihr Bier auch mal in einer braunen Papiertüte oder unter der Jacke, wenn sie damit Straßenbahn fahren wollen. Feiernde haben schon immer mit mehr oder minder kreativen Ideen versucht, Alkoholverbote zu umgehen.

Wirklich clever und legal haben sich nun aber acht Freunde aus Neuseeland und den USA angestellt: Sie haben kurzfristig das Festland verlassen, um das Silvesterfeuerwerk am, pardon, im Meer genießen und darauf anstoßen zu können.

Nach diversen Ausschreitungen während Partys am Meer gilt seit 2003 auf der neuseeländischen Coromandel-Halbinsel zum Jahreswechsel ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen – also auch an Stränden. Wer sich dem Verbot widersetzt und von der Polizei erwischt wird, muss mit einer Strafe von umgerechnet etwa 160 Euro oder sogar einer Gefängnisstrafe rechnen.

In der Bucht der neuseeländischen Küstenregion Tairua bauten sich die Jugendlichen während der Ebbe am frühen Sonntagnachmittag deswegen ihre eigene Sandburg für Erwachsene. Sechs Stunden später war sie fertig: Gerade groß genug, dass zwei Bänke, ein Picknicktisch und natürlich das ein oder andere gut gekühlte Getränk darauf Platz finden. Pünktlich zur Flut dann der Clou: Umgeben von Wasser wird die Sandburg zu einer Insel, sie ist nicht mehr mit dem Festland verbunden und gehört deshalb nicht mehr zu Neuseeland. Das dachten jedenfalls die Jugendlichen, tatsächlich beginnt die Zone, ab der die Hoheitsrechte des jeweiligen Staates enden, erst nach 12 Seemeilen, also nach etwa 22 Kilometern.

„Wir dachten, das wäre witzig und das Alkoholverbot wäre eine Grauzone, wenn wir auf unserer eigenen Insel sind“, sagte Leon Hayward, einer der Freunde, auf Nachfrage der Zeitung Time. Tatsächlich kamen die Jugendlichen mit ihrer Aktion durch. Die Freunde konnten gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen.

In der lokalen Facebook-Gruppe „Tairua ChitChat!“ wurde das Foto der Freunde gepostet und verbreitete sich schnell im Internet. Weltweit wird den temporären Inselbewohnern nun Anerkennung für ihren Einfallsreichtum gezollt. Dem Portal stuff.co.nz zufolge, habe auch die Polizei entspannt auf die Situation reagiert. Der örtliche Kommissar John Kelly war sogar beeindruckt von der Kreativität der Gruppe: „Wenn ich davon vorher schon gewusst hätte, wäre ich wahrscheinlich dazugestoßen.“

Eine Strafe müssen die Trinker also eher nicht befürchten.